Podologie bei Nierenerkrankungen

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Nierenerkrankungen hinterlassen ihre Spuren im gesamten Körper – und die Füße sind dabei keine Ausnahme. Geschwollene Knöchel, trockene, rissige Haut, brüchige Nägel oder ein verändertes Hautbild sind Zeichen, die bei Nierenpatienten häufig auftreten und oft direkt mit der Grunderkrankung zusammenhängen. Was viele nicht wissen: Genau hier kann die Podologie einen wichtigen Beitrag leisten. Sie sorgt nicht nur für gepflegte Füße, sondern hilft dabei, Komplikationen zu vermeiden, die bei Nierenerkrankungen besonders schnell entstehen können.

Was Nierenerkrankungen mit den Füßen machen

Die Nieren sind weit mehr als ein Filterorgan. Sie regulieren den Wasserhaushalt, steuern den Blutdruck, beeinflussen die Blutbildung und sind am Knochenstoffwechsel beteiligt. Wenn sie nicht mehr richtig arbeiten, gerät vieles im Körper aus dem Gleichgewicht – und das zeigt sich früher oder später auch an den Füßen.

Ein häufiges Symptom bei Niereninsuffizienz sind Ödeme, also Wassereinlagerungen in den Beinen und Füßen. Das Gewebe ist geschwollen, die Haut gespannt und empfindlich. Gleichzeitig leiden viele Nierenpatienten unter extremer Hauttrockenheit, weil die Niere bestimmte Stoffwechselprodukte nicht mehr ausreichend ausscheiden kann. Die Haut juckt, wird rissig und verliert ihre natürliche Schutzfunktion.

Nägel als Spiegel der Nierengesundheit

Veränderte Nägel sind bei Nierenerkrankungen keine Seltenheit. Ein bekanntes Phänomen ist das sogenannte „Half-and-half-Nail“ – auf Deutsch etwa „Halb-halb-Nagel“: Die untere Hälfte des Nagels erscheint weiß oder milchig, die obere rötlich-bräunlich. Dieses Bild gilt als klassisches Zeichen einer chronischen Niereninsuffizienz, auch wenn es nicht bei allen Betroffenen auftritt.

Darüber hinaus können Nägel bei Nierenpatienten brüchig, rillig oder verdickt werden. Nagelpilz tritt häufiger auf, weil das Immunsystem durch die Grunderkrankung und oft auch durch Medikamente geschwächt ist. All das macht eine regelmäßige, fachkundige Nagelpflege umso wichtiger.

Durchblutung und Wundheilung

Viele Nierenerkrankungen gehen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Arteriosklerose und Bluthochdruck sind häufige Begleiterkrankungen, die die Durchblutung der Beine und Füße beeinträchtigen können. Schlechte Durchblutung bedeutet: Wunden heilen langsamer, das Infektionsrisiko steigt, und selbst kleine Verletzungen können zu einem ernsthaften Problem werden. Bei Patienten, die zusätzlich Blutverdünner einnehmen, ist außerdem Vorsicht geboten, weil schon leichte Eingriffe an Haut und Nägeln zu stärkeren Blutungen führen können.

Warum podologische Behandlung bei Nierenerkrankungen so wichtig ist

Nierenpatienten gelten in der Podologie als Risikopatienten – nicht weil die Behandlung grundsätzlich schwierig ist, sondern weil der Körper weniger Spielraum für Fehler lässt. Eine kleine Verletzung, ein eingewachsener Nagel oder eine unbehandelte Druckstelle können bei gesunden Menschen problemlos abheilen. Bei Nierenpatienten mit eingeschränkter Immunabwehr und schlechter Wundheilung ist das anders.

Podologinnen und Podologen sind ausgebildet, genau diesen Unterschied zu machen. Sie arbeiten mit sterilisiertem Werkzeug, gehen achtsam mit empfindlichem Gewebe um und wissen, welche Maßnahmen bei Risikopatienten angemessen sind. Das schützt nicht nur den Patienten, sondern gibt auch Angehörigen und Pflegekräften Sicherheit.

Was bei der podologischen Behandlung passiert

Eine typische Behandlung bei Nierenpatienten beginnt mit einer gründlichen Inspektion der Füße. Haut, Nägel, Zehenzwischenräume und die Fußsohle werden systematisch beurteilt – auf Anzeichen von Entzündungen, Druckstellen, Pilzinfektionen oder offenen Stellen. Dann folgt die eigentliche Behandlung:

  • Nägel werden vorsichtig gekürzt und gefeilt – bei verdickten Nägeln kommt eine Fräse zum Einsatz, die das Material schonend abträgt
  • Hornhaut und Schwielen werden gezielt und schonend entfernt, ohne die darunter liegende Haut zu reizen
  • Eingewachsene Nagelränder werden freigelegt und bei Bedarf mit speziellen Techniken entlastet
  • Risse und trockene Hautstellen werden behandelt und gepflegt
  • Auffälligkeiten werden dokumentiert und bei Bedarf an den behandelnden Arzt weitergegeben

Diese enge Kommunikation zwischen Podologie und Medizin ist gerade bei Nierenerkrankungen wertvoll, weil sich der Zustand der Füße im Laufe der Erkrankung verändern kann.

Dialysepatienten – besondere Anforderungen

Menschen, die sich einer regelmäßigen Dialyse unterziehen, tragen eine besondere Belastung. Die Dialyse übernimmt die Filterfunktion der Nieren, kann aber nicht alle Aufgaben ersetzen. Viele Dialysepatienten leiden unter ausgeprägter Hauttrockenheit, starkem Juckreiz und geschwollenen Beinen. Hinzu kommt, dass das Immunsystem durch die Erkrankung und die Behandlung dauerhaft unter Druck steht.

Für diese Patientengruppe ist eine regelmäßige podologische Versorgung besonders empfehlenswert. Idealerweise wird sie in den Behandlungsrhythmus integriert, damit die Füße kontinuierlich im Blick bleiben. In vielen Fällen ist podologische Therapie bei Dialysepatienten auf ärztliche Verordnung als Kassenleistung abrechenbar – das sollte aktiv beim Hausarzt oder Nephrologen angesprochen werden.

Was Nierenpatienten selbst tun können

Zwischen den professionellen Terminen können Betroffene mit einfachen Maßnahmen dazu beitragen, ihre Fußgesundheit zu erhalten:

  • Füße täglich kontrollieren – auf Schwellungen, Rötungen, Risse oder Veränderungen an den Nägeln achten
  • Haut regelmäßig eincremen – harnstoffhaltige Pflegeprodukte helfen gegen Trockenheit, sollten aber nicht zwischen den Zehen aufgetragen werden
  • Schuhwerk wählen, das auch bei geschwollenen Füßen noch ausreichend Platz lässt – enge Schuhe erzeugen Druck und begünstigen Druckstellen
  • Keine heißen Fußbäder – bei eingeschränkter Durchblutung oder Sensibilitätsstörungen besteht Verbrennungsgefahr
  • Bei Wunden, Entzündungen oder auffälligen Veränderungen nicht abwarten, sondern zeitnah eine Fachkraft aufsuchen

Podologie bei Nierenerkrankungen im Therapiezentrum Melias

Im Therapiezentrum Melias in Bad Kreuznach werden Nierenpatienten mit der Sorgfalt behandelt, die ihre Situation erfordert. Das podologische Team kennt die besonderen Anforderungen, die chronische Erkrankungen an die Fußpflege stellen, und arbeitet eng mit anderen Fachbereichen zusammen. Wer an einer Nierenerkrankung leidet und seine Fußgesundheit in gute Hände geben möchte, findet hier eine verlässliche und erfahrene Anlaufstelle.

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