Fußpflege bei Psoriasis

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Psoriasis – im deutschen Sprachgebrauch auch Schuppenflechte genannt – ist eine chronische Hauterkrankung, die das Leben der Betroffenen in vielen Bereichen beeinflusst. An den Füßen zeigt sie sich besonders hartnäckig: verdickte, schuppende Haut, gerötete Stellen, die jucken und brennen, und Nägel, die sich kaum noch von einer Pilzinfektion unterscheiden lassen. Wer mit Psoriasis an den Füßen lebt, weiß, wie sehr das den Alltag belasten kann – vom Tragen geschlossener Schuhe bis zum einfachen Spazierengehen. Eine angepasste, konsequente Fußpflege kann die Beschwerden deutlich lindern und helfen, Schübe besser zu überstehen.

Was Psoriasis an den Füßen anrichtet

Bei Psoriasis läuft die Hauterneuerung stark beschleunigt ab. Während sich gesunde Haut in etwa vier Wochen vollständig erneuert, dauert dieser Prozess bei Psoriasis nur wenige Tage. Die Hautzellen reifen nicht vollständig aus, stauen sich an der Oberfläche und bilden die typischen silbrig-weißen Schuppen auf geröteter, entzündeter Haut. An den Füßen betrifft das besonders die Ferse, die Fußsohle und die Zehenzwischenräume.

Ein erschwerender Faktor ist der mechanische Druck. Die Fußsohle trägt täglich das gesamte Körpergewicht – das reizt die ohnehin schon entzündete Haut zusätzlich und kann Schübe auslösen oder verstärken. Der sogenannte Köbner-Effekt beschreibt genau dieses Phänomen: Bei Psoriasis können mechanische Reize – Druck, Reibung, kleine Verletzungen – neue Herde an bisher nicht betroffenen Hautstellen entstehen lassen. Das bedeutet: Jede Druckstelle, jede schlecht sitzende Schuhnaht und jeder eingewachsene Nagel kann zum Problem werden.

Psoriasis an den Nägeln

Nagelpsoriasis ist eine der häufigsten Begleiterscheinungen der Schuppenflechte – bis zu 80 Prozent der Betroffenen entwickeln im Laufe ihres Lebens Nagelveränderungen. Diese zeigen sich als kleine Grübchen auf der Nagelplatte, als gelblich-bräunliche Verfärbungen – sogenannte Ölflecken – als Verdickung oder als Ablösung des Nagels vom Nagelbett, die medizinisch als Onycholyse bezeichnet wird. Das Tückische: Nagelpsoriasis sieht dem Nagelpilz so ähnlich, dass sie häufig verwechselt wird. Eine falsche Behandlung mit Antimykotika ist dann nicht nur wirkungslos, sondern kann die gereizte Haut zusätzlich belasten.

Wenn Psoriasis an der Fußsohle auftritt

Eine besondere Form ist die pustulöse Psoriasis plantaris, bei der sich auf der Fußsohle und den Handflächen kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Pusteln bilden. Diese trocknen ein, hinterlassen braune Krusten und können beim Gehen sehr schmerzhaft sein. Diese Form erfordert immer eine ärztliche Behandlung – sie lässt sich nicht allein mit Pflege bewältigen.

Worauf es bei der Fußpflege ankommt

Fußpflege bei Psoriasis folgt anderen Regeln als bei gesunder Haut. Das Ziel ist nicht nur Sauberkeit und Gepflegtheit, sondern vor allem die Vermeidung von Reizen, die Schübe auslösen können. Das erfordert ein gutes Gespür für die eigene Haut und die richtigen Produkte.

Reinigung und Pflege

Füße sollten täglich mit lauwarmem Wasser und einem rückfettenden, parfümfreien Waschprodukt gereinigt werden. Heiße Fußbäder sind verlockend, aber problematisch – sie trocknen die Haut aus und können Entzündungen verstärken. Kurze Bäder mit rückfettenden Zusätzen sind verträglicher als lange Einweichbäder. Nach dem Waschen die Füße sanft – nicht rubbeln – abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.

Die anschließende Hautpflege ist entscheidend. Betroffene sollten zweimal täglich eine reichhaltige, parfümfreie Pflegecreme auftragen – idealerweise mit Urea oder Glycerin, die die Haut mit Feuchtigkeit versorgen und die Schuppenbildung reduzieren. Auf der Fußsohle und der Ferse helfen höher konzentrierte Urea-Produkte dabei, verdickte Schichten sanft abzubauen. Zwischen den Zehen sollte keine Creme aufgetragen werden, um Feuchtigkeit zu vermeiden.

Schuppenabtragung – mit Fingerspitzengefühl

Schuppen mechanisch zu entfernen, ist verlockend, aber riskant. Wer zu aggressiv vorgeht, verletzt die darunter liegende Haut und löst möglicherweise neue Herde aus. In der professionellen podologischen Behandlung wird Schuppengewebe gezielt und schonend abgetragen – mit dem richtigen Werkzeug und dem nötigen Wissen darüber, wie weit gegangen werden kann, ohne die Haut zu reizen.

Zu Hause sind weiche Bürsten oder feine Bimssteinkörnung nach einem kurzen Fußbad geeignet, um lockere Schuppen sanft abzutragen. Hornhauthobel oder grobe Schleifpads sollten vermieden werden – sie sind zu aggressiv für die empfindliche Psoriasishaut.

Was die Podologie bei Psoriasis leisten kann

Podologinnen und Podologen kennen die besonderen Anforderungen einer Psoriasishaut. Sie arbeiten schonend, vermeiden unnötige Reize und wissen, wie sie Nagelveränderungen sicher behandeln, ohne die Haut zu belasten. Folgende Maßnahmen stehen bei der podologischen Versorgung im Vordergrund:

  • Nägel werden vorsichtig gefräst und gefeilt – bei Onycholyse wird der abgelöste Bereich schonend versorgt, ohne an der empfindlichen Nagelhaut zu ziehen
  • Schuppige Hornhautschichten werden gezielt und behutsam abgetragen
  • Druckstellen und Reizungen werden erkannt und durch Polster oder Entlastungsmaßnahmen behandelt
  • Veränderungen werden dokumentiert und bei Bedarf mit dem behandelnden Dermatologen abgestimmt

Diese Abstimmung zwischen Podologie und Dermatologie ist wichtig – denn die medizinische Behandlung der Psoriasis beeinflusst auch den Zustand der Füße. Biologika und andere moderne Therapien können das Hautbild deutlich verbessern und die podologische Versorgung erleichtern.

Fußpflege bei Psoriasis im Therapiezentrum Melias

Im Therapiezentrum Melias in Bad Kreuznach werden Patienten mit Psoriasis mit dem nötigen Einfühlungsvermögen und der erforderlichen Fachkenntnis behandelt. Das podologische Team weiß, wie sensibel Psoriasishaut reagiert, und richtet die Behandlung entsprechend aus. Wer unter Schuppenflechte an den Füßen leidet und eine professionelle Unterstützung sucht, ist hier gut aufgehoben – für eine Pflege, die der Haut hilft statt schadet.

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